LESERBRIEF zum Artikel "Mogelpackung", RP vom 21-NOV-2007
Mogelpackung?
Das Wort ist reserviert. Zurecht führt die Präsentation der Stadt/Rat/MBV-Phalanx im Bürgerbüro und in der Kreissparkasse diese Bezeichnung. Das nie geplante, von der BI geklaute, Café und die verfälschten Proportionen der Bäume auf dem MBV-Plan sollen den Bürger bemogeln. Ziemlich frech, finde ich. Solche Sachen macht die BI nicht. Wir sind offen, ehrlich, wenn auch etwas unangenehm - bis zum Schluss.
Kein Investor?
Durch das gemeinschaftliche Politgezicke von Stadt/Rat/MBV kann es schon sein, dass der MBV als Investor ausfällt. Na und? Diese Drohung ist keine - eher eine Chance. Der Architekt-Reig-Plan ist fachlich so viel besser fundiert, dass wir leicht Ersatz finden werden. Allein eine pan-europäische Auschreibung wird externe Investoren auf das Kleinod aufmerksam machen. Lieber Bürgermeister, wieso kämpfen Sie wie ein Löwe für den MBV?
Kein Mieter?
Ach was. Mieter werden sich um die Innenstadtlage reissen. (der MBV weiss das schon lange) Die Verkaufsfläche ist grösser als die Stadt/Rat/MBV-Lösung, die Wohnungen werden wesentlich attracktiver durch das viele Grün der 20+ verbleibenden Bäume, dem Spielplatz, dem Königsmühlenplatz, den Holzstegen, und vieles mehr. Wir glauben sogar, dass in der Umgebung sich die Vermietbarkeit verbessern wird.
Wurzelwerk?
Nicht schon wieder. Eine unendliche Diskussion. Warum holt der BM das nun schon wieder raus? Natürlich, wenn man 100%ig Risikofrei sein will, darf man am besten gar nichts bauen. Und deshalb soll man lieber gleich absägen? Eigenartige Denkweise.
Architekt-Reig-Plan Unfug?
Verdrehte Welt. Und falsch. Der Stadt/Rat/MBV-Plan ist zwar nicht Unfug, aber ziemlich billig und wenig durchdacht. Wer sich mit beiden Plänen beschäftig wird schnell sehen, wie pfiffig der der BI-Plan ist.
Neue Geschäfte überflüssig?
Ob Geschäfte entstehen, oder nicht, wollen wir den Geschäftsleuten überlassen. Die können das am besten. Ein weiterer Vorteil des Reig-Plans: Wir können weitgehend zwischen Wohn- und Geschäftsraum variieren. Von fast Null bis 2800 qm! Doppelt so viel wie der Stadt/Rat/MBV-Plan. So wird Leerstand vermieden, der immer auf's Geschäft des Nachbarn drückt.
Schule?
Natürlich ist die Schule erhaltenswert. Auch architektonisch. Überall in der Stadt wird Raum für Vereine, Büros, Kindergärten, Handwerker, Sozialeinrichtungen, etc. gebracht. Wieso reissen wir diese substanzielle Gebäude ab und machen Parkplatz draus?
Schmuddelecke
Das Wort "Schmuddelecke" ist nun wirklich tot. Ist der kleine natürlich gewachsene Wald in der Innenstadt wirklich schmuddelig? Nur weil da keiner Laub harkt? Lieber Bürgermeister, überlegen Sie mal. 'Nicht schmuddelig' heisst Bäume weg - weisser Beton hin? Na ja, wenn's schön macht.
Der neue Vorschlag der Bürgerinitiative, ausgearbeitet von Architekt Manuel Reig, ist einfach der Bessere. Seht ihn euch an.
Christoph Hütten,
überzeugtes Mitglied der Bürgerinitiative "Alte Buche am Königshof"